Tatsächliche Verschuldung in den Euro-Gründungsstaaten viel höher

Aus einer Studie des Forschungszentrums Generationenverträge der Universität Freiburg über die tatsächliche Staatsverschuldung der 12 Euro-Gründungsstaaten geht hervor, dass die von den einzelnen Ländern ausgewiesenen Schuldenbeträge eigentlich nicht korrekt sind, weil darin zukünftige Verpflichtungen wie z.B. Renten, Gesundheits- und Pflegeleistungen z.T. nicht berücksichtigt sind. Sowohl aus buchhalterischer als auch aus demographischer Sicht dürften diese staatlichen Leistungsversprechen nicht vernachlässigt werden. Würden die Staaten dem für Unternehmen geltenden Buchführungsrecht unterstehen, würde man in diesem Fall von Bilanzmanipulationen sprechen. So hat z.B. Griechenland ja über viele Jahre hinweg Bilanzkosmetik betrieben, um seine finanziellen Missstände zu verbergen. Zudem führt die demographische Entwicklung in den Industrieländern zu höheren Ausgaben und einem tieferen Wirtschaftswachstum, was sich negativ auf die Schuldenquote auswirkt.

Die Studie kommt deshalb zum Schluss, dass die explizit ausgewiesenen Schulden nur einen sehr geringen Teil der effektiven gesamten Verschuldung ausmachen. Italien schliesst dabei mit einer tatsächlichen Schuldenquote von 146% noch vor Deutschland mit einer solchen von 192% und Finnland mit 195% am besten ab. Die drei Länder mit den höchsten tatsächlichen Schuldenquoten sind Griechenland mit 1017%, Luxemburg mit 1116 % und Irland mit 1497% des BIP. Insgesamt beläuft sich die tatsächliche absolute Verschuldung aller 12 Euro-Gründungsstaaten auf unglaubliche 31’000 Mrd. Euro!

Graphik zur tatsächlichen Verschuldung der 12 Euro-Gründungsländer (pdf)

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