Schweiz 2060 – verschuldungsmässig das Griechenland von heute?

Gemäss der Studie „Langfristperspektiven der öffentlichen Finanzen in der Schweiz 2012“ von der Eidgenössischen Finanzverwaltung EFV wird sich ohne Einschnitte bei den Sozialwerken oder hohe Zuwanderungsraten die Schuldenquote der Schweiz von gegenwärtig 40% auf 130% im Jahr 2060 erhöhen. Der Grund dafür liegt in der prognostizierten demographischen Entwicklung. Auf vier Erwerbstätige entfällt heute ein Rentner, bis 2050 wird sich dieses Verhältnis halbieren. Die dadurch repräsentierte Überalterung der Gesellschaft führt zu höheren Gesundheits-, Pflege- und Altersvorsorgekosten und damit zu einem entsprechenden finanziellen Mehraufwand der öffentlichen Hand. Auch wenn die Annahmen dieser prognostizierten Schuldenquote zum Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum sowie zu den demographischen Veränderungen aufgrund ihrer Zukunftsperspektive mit Unsicherheiten behaftet sind, muss diese Entwicklungstendenz in Richtung einer höheren Verschuldungsquote Anlass für proaktive politische Massnahmen geben. Ohne solche Massnahmen, deren Konkretisierung sich bereits seit längerer Zeit schwierig gestaltet – erwähnt sei an dieser Stelle nur die im Jahr 2010 vom Parlament abgelehnte 11. AHV-Revision, würde auch für die Schweiz das prognostizierte Verschuldungsszenario eher düster aussehen. Sie würde im Jahr 2060 verschuldungsmässig fast dem Griechenland von heute entsprechen (vgl. dazu auch http://www.responsiblefinance.ch/2012/01/tatsachliche-verschuldung-in-den-euro-grundungsstaaten-viel-hoher/).

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