Ärger um Millionenboni bei UBS und CS

Gemäss dem Wirtschaftsausblick der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) besteht aufgrund der Konjunkturschwäche und des wackligen Finanzsystems das Risiko einer schweren Rezession in der Euro-Zone. Von einer solchen Abwärtsspirale wäre auch die stark exportorientierte Schweiz betroffen, haben doch immerhin knapp 60% der Exporte ihre Zieldestination in EU-Ländern. Vor dem Hintergrund solcher wirtschaftlicher Aussichten und den eingebrochenen Jahresgewinnen sind die Vergütungen zuhanden der Geschäftsleitungen der UBS und der CS nach wie vor erstaunlich hoch. Die Jahresgewinne sind im Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr bei der UBS um 44% und bei der CS um 65% gesunken. Der höchst bezahlte UBS-Manager erhielt im Jahr 2011 CHF 9.2 Mio.. Die übrigen Geschäftsleitungsmitglieder wurden im Durchschnitt mit CHF 5.7 Mio. entlöhnt. Ausserdem wurden dem neuen Verwaltungsratspräsidenten CHF 4 Mio. ohne Gegenleistung vorausbezahlt. Bei der CS sieht es ähnlich aus: Dem Chef des Asset Managements wurden CHF 8.5 Mio. zugesprochen; Konzernchef Brady Dougan erhielt CHF 5.8 Mio..

Es erstaunt daher nicht, dass die Aktionäre im Rahmen der freiwilligen Konsultativabstimmungen an den Generalversammlungen der beiden Grossbanken ihrem Ärger über diese Vergütungen Luft machten, indem sie im Falle der CS den Vergütungsbericht mit 31 % und im  Falle der UBS mit knapp 40% der vertretenen Stimmen ablehnten. Diese kritische Haltung der Aktionäre gegenüber den Managerlöhnen zeigt sich auch in anderen Branchen wie z.B. der Pharmaindustrie. Im Durchschnitt lehnten bei den 20 grössten Schweizer Konzernen 20% der Aktionäre die Managementvergütungen ab.

Auch die Politik nimmt sich dem Ärger der Aktionäre an. In der Schweiz wird das Thema um die „Abzocker-Initiative“ von Thomas Minder diskutiert. In der EU sind Bestrebungen im Gange, die für die Banken ein maximal mögliches Verhältnis zwischen dem niedrigsten und höchsten ausbezahlten Salär festlegen sollen. Ausserdem sollen Boni nur noch innerhalb eines bestimmten Verhältnisses zum fixen Gehalt ausgerichtet werden können. In Deutschland verfügen die meisten Grossunternehmen bereits über eine Lohnobergrenze, die gemäss einer Umfrage im Auftrag von Hostettler, Kramarsch & Partner (HKP) auch von 70% der Schweizer befürwortet würde.

Obwohl sich das Umfeld in diesem Bereich für die Grossbanken verändert hat, halten sich die freiwilligen Anpassungen der Lohnpolitik in so bescheidenen Grenzen, dass der Druck von Seiten der Aktionäre sowie der Politik weiter steigen muss, um die entsprechend notwendigen Veränderungen im Verhalten des Managements zu erreichen.

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