Adoboli – krimineller Einzeltäter oder Teil eines teilweise kriminellen Investmentbankings

Gestern hat in London der Prozess gegen den ehemaligen UBS-Investmentbanker Kweku Adoboli, welcher der UBS vor einem Jahr einen Verlust von 2.3 Mia. Dollar bescherte, begonnen. 2008 hatte Jerôme Kerviel der Société Générale einen Verlust von 5 Mia. CHF verursacht und wurde dafür zu fünf Jahren Haft verurteilt. Nick Leeson von der Barings Bank hatte mit einem Verlust von 1.5 Mia. CHF 1995 die gesamte Bank in den Ruin getrieben und musste dafür vier Jahre ins Gefängnis. Bei all diesen Fällen taucht immer wieder die gleiche Frage auf: Handelt es sich dabei jeweils um kriminelle Einzeltäter oder gab es innerhalb des Investmentbankings Mitwisser? Verurteilt wurden bis jetzt nur die Börsenhändler, die Bankmanager als deren Vorgesetzte gingen aber straffrei aus. Bleibt mit Spannung abzuwarten, was der Prozess im Fall Adoboli ergeben wird. Solange sich die Banken aufgrund ihrer Systemrelevanz aber sicher sein können, dass sie jederzeit vom Staat gerettet werden, dürften sie auch in Zukunft bereit sein, grosse Risiken einzugehen. Der Fall Adoboli wird demnach wohl kaum der letzte sein.

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