Anklagevorwürfe gegen Adoboli

Gemäss der Anklage gegen Kweku Adobli soll er seit Oktober 2008 die Handelslimiten in betrügerischer Absicht verletzt, die Bücher gefälscht und seine Vorgesetzten angelogen haben. Dadurch brachte er die UBS im August 2011 über ungedeckte Wetten in eine Risikoposition von 11.9 Mia. $, ohne dass die Bank davon wusste. Das Eigenkapital der UBS betrug Ende 2011 58 Mia. CHF. Hätte diese offene Risikoposition vollumfänglich zu einem Verlust geführt, wären 16% des Eigenkapitals vernichtet geworden, was der Bank, die nur knapp drei Jahre zuvor, im Oktober 2008, durch den Staat mit 68 Mia. CHF gerettet werden musste, wohl arg zugesetzt hätte. Die Frage, warum das Buchführungssystem und das Risiko-Controlling der Bank die vertuschten Handelsverluste und -gewinne sowie die fiktiven Absicherungsgeschäfte so lange nicht aufgedeckt haben, wird der laufende Prozess hoffentlich klären. Interessant wäre auch zu wissen, wann genau im Oktober 2008 Adoboli mit seinen fragwürdigen Geschäftspraktiken begonnen hat, und ob es dabei einen Zusammenhang zur Veröffentlichung der staatlichen Rettung der UBS am 16. Oktober 2008 gegeben haben könnte.

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