Das System der Schattenbanken als neues Kasino der internationalen Finanzindustrie

Mit der stärkeren Regulierung des Bankensektors als Folge der Finanzkrise scheint sich ein Parallelsystem zu entwickeln, das weit weniger reguliert ist, aber immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die sogenannten Schattenbanken in Form von Hedge-Fonds und Private-Equity-Unternehmen weisen in den USA Verpflichtungen im Umfang von 15.3 Billionen $ aus, der herkömmliche Bankensektor solche von 12.9 Billionen $. Obwohl für Europa leider keine entsprechenden Zahlen existieren, wird diese Entwicklung von Bankern und Regulierungsbehörden auch hier mit Argusaugen beobachtet. Die in der EU im November 2010 verabschiedete Regulierung von Hedge-Fonds und Private-Equity-Unternehmen ist leider bei weitem nicht so stark wie diejenige des Bankensektors. Der Geldabfluss vom stark regulierten Bankensektor in dieses schwach regulierte Schattensystem führt zu einer Risikoverschiebung, die für die Stabilität des Finanzsystems sehr gefährlich ist. Interessant dabei ist auch, dass zahlreiche hochdotierte Investment-Banker, welche bisher im risikoreichen Eigenhandel von Banken wie der Deutschen Bank, Morgan Stanley, Goldman Sachs oder Citigroup tätig waren, neu nun in diesem Schattensystem arbeiten. Damit stellt sich einmal mehr die Frage: Wo bleibt vor dem Hintergrund einer Finanzkrise solchen Ausmasses die Eigenverantwortung der beteiligten Akteure?

(Vgl. auch “Die Wirtschaft und die Steuerzahler brauchen einen starken Schutz gegen das zunehmend kasino-artige Finanzsystem)

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